50 Jahre Deutscher Wildgehege-Verband e.V. - 1970 bis 2020

Vom 19. bis 22. Februar 2020 feierte der Deutsche Wildgehege-Verband e.V. sein 50-jähriges Bestehen im Wildpark Lüneburger Heide.

Mit prominenten Rednern aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft wurde die Bedeutung der Wildgehege in Deutschland, die aktuell von mehr als 18 Mio. Gästen jährlich besucht werden, hervorgehoben.

Mit mehr als 125 institutionellen Mitgliedern, darunter die größten Wildparks in Deutschland, die bekanntesten Falknereien und die bedeutendsten, qualifizierten Wildtierauffang- und Pflegestationen, sowie weitere Wissenschaftlern und namhaften Unternehmen, die den Verband unterstützen, ist der Wildgehege-Verband die größte Vereinigung von Tiergärten in Deutschland. Die enge Verbindung zu den Wildgehegen in Österreich und der Schweiz sorgen für einen regen über die Grenzen Deutschlands hinausgehenden Austausch.

„Der DWV ist eine internationale Vereinigung von Wildparks, zoologischen Einrichtungen, Falknereien, Auffangstationen und weiteren Fachbetrieben, die Wildtiere in menschlicher Obhut halten, um sie interessierten Besuchern näher zu bringen!" [Volker Walter, Falknerei Walter, Rügen/Bayern, wiedergewähltes Vorstandsmitglied im DWV e.V.]

Umweltbildung ist seine Stärke!
Seine in 10 Jahren gewachsene Umweltbildungsoffensive, durch die bereits 62 Tiergärten zertifiziert wurden, findet heute europaweit große Anerkennung und ist in dieser Form einzigartig. Was Besucher in diesen Einrichtungen erwarten und warum es sich lohnt, diese zu besuchen, wurde im Rahmen der Veranstaltung intensiv diskutiert und gefeiert. Eine neue Informationsbroschüre wurde vorgestellt.Umweltbildung ist seine Stärke!

„Wir sind zertifizierter Umweltbildungspartner, weil wir unseren Gästen mit Spiel und Spaß Tiere und Natur näherbringen und weil wir nicht nur über Nachhaltigkeit reden, sondern sie auch verstehen wollen!"
[Scouts des Deutschen Wildgehege-Verbands e.V.]

 

Tierarten erregen die Gemüter!
Im Fokus der Reden standen weiterhin viele Tierarten, die aktuell besonders die Gemüter unserer Gesellschaft erregen. Ob Wolf, Luchs oder Waschbär, gemeinsam ist ihnen, dass sie viele Freunde und Feinde haben. Einen ausgereiften Managementplan für den Umgang mit dem Wolf gibt es nicht, denn so dynamisch, wie die Natur, wird sich natürlich auch der Wolf immer wieder neuen Einflüssen ausgesetzt sehen und sich anpassen. Die Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow unterstreicht in ihrer Ansprache die große Herausforderung der Politik, dem Wolf und den Weidetieren - primär den Schafen, die ebenfalls einen erheblichen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten, gerecht zu werden.

Ob weiterhin Luchse für Wiedereinbürgerungsprojekte benötigt werden, wird bundesweit kontrovers diskutiert. Der DWV mit seinen Mitgliedern und seinen Luchsen steht für Unterstützung in jeder Hinsicht bereit.

Eine angeordnete Ausrottung des Waschbären und weiterer sogenannter invasiver Arten seitens der EU entbehrt jeder Vernunft.
Als Bauernopfer sehen sich die Tiergärten, denen die Zucht von z.B. Waschbären verboten, die Haltung nur eingeschränkt gestattet wird.

Auch hier verspricht der DWV mehr Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit und hofft auf mehr Naturverständnis in Politik und Verwaltung. Durch die enge Zusammenarbeit mit Bundes- und Landesministerien und direkten Kontakten zur Europäischen Union werden bereits viele Haltungsnormen auch durch den DWV formuliert und mitgetragen.

„Der DWV ist eine Organisation, die ihre Mitglieder in rechtlichen und fachlichen Belangen unterstützt." [Dr. Florian Brandes, Wildtierauffang- und Artenschutzstation Sachsenhagen,
wiedergewähltes Vorstandsmitglied im DWV e.V.]

Die (Bio-)Diversität in uns!
Klimawandel und die Anpassungsfähigkeit der kleinsten Lebewesen auf der Erde, den Parasiten, wurde weiterhin viel Raum auf der Veranstaltung eingeräumt. Wie ernst die Situation ist und wie gerade Wildparks der Forschung helfen können, dass Tiere und Menschen in Zukunft von Parasiten verschont bleiben, wurde sehr eindrucks- und humorvoll von Prof. Dr. Stephan Neumann dargestellt.

„Der DWV ist ein Zusammenschluss von professionellen Wildtierhaltern, die in enger Zusammenarbeit aktuelle Forschung unterstützen und nachhaltige Bildung vermitteln!"
[Dr. Dominik Fischer, Wildfreigehege & Greifvogelstation Hellenthal, neues Vorstandsmitglied im DWV e.V.]

Politik trifft Natur!
Mit den Ehrengästen Frau Astrid Damerow, Mitglied des Bundestages, Herrn Thomas Ehbrecht, Mitglied des niedersächsischen Landtags, und Herrn Landrat Rainer Rempe, Landkreis Harburg, waren wichtige Vertreter aus der Politik gekommen, um sich mit den Praktikern aus den Reihen der DWV-Mitglieder auszutauschen. Deutlich wurde, wie eng Tourismus, Erholung und Umweltbildung in den Wildparks verflochten sind. 

Die Wildparks der Nordheide, Gastgeber Wildpark Lüneburger Heide und sein Nachbar Wildpark Schwarze Berge spiegeln dies in vorbildlicher Weise wider, so Landrat Rainer Rempe.

„Wildgehege und Wildparks leisten einen entscheidenden Beitrag zur Freizeitgestaltung erholungssuchender Menschen und tragen somit zur Erhaltung der Gesundheit und Entspannung bei!"
[Karl Görnhardt, Tierpark Sababurg, wieder gewählter Geschäftsführer des DWV e.V.]

Kultur trifft Natur!
Andreas Hoppe, Ex-Tatort-Kommissar Mario Kopper, Ludwigshafen, Naturbotschafter und Buchautor ist weiterer Ehrengast im Deutschen Wildgehege-Verband. Sein Buch „Die Hoffnung und der Wolf" gibt u.a. einen Überblick über die unterschiedlichen Kulturen und ihre Wertschätzung und Achtsamkeit gegenüber dem Mitgeschöpf Tier. Diese Wertschätzung verbindet ihn mit dem DWV, der in seinem Leitbild den Wert eines Tieres besonders fokussiert.

Schauspieler und Buchautor Andreas Hoppe liest aus seinem Buch „die Hoffnung und der Wolf"

Zu den großen historisch kulturellen Einrichtungen zählen auch die Zoologischen Gärten, die i.d.R. im Verband der Zoologischen Gärten e.V. organisiert sind. Gemeinsam mit dem Deutschen Wildgehege-Verband ist er weltweit über den Weltzooverband WAZA (World Association of Zoos and Aquarians) verbunden. Der Präsident der WAZA Prof. Theo Pagel (Direktor Kölner Zoo) unterstreicht die wichtige Arbeit der Zoos als Naturschutzzentren und überbringt mit seinen Glückwünschen rheinischen Karneval aus Köln in die Lüneburger Heide.

Die gute Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Verbänden wird deutlich durch weitere Gäste aus den Reihen der Zoos und Tierparks, der Zoopädagogen, der Zootierpfleger und der Zooförderer.

„Der Deutsche Wildgehege-Verband steht zu seiner gesellschaftsnahen und -formenden Umweltbildungsarbeit, die mit Achtung und Liebe zum Tier auch die dynamischen Prozesse der Natur respektiert und dokumentiert!"
[Eckhard Wiesenthal, Tiergartengestaltung Wiesenthal, wieder gewählter Vorsitzender des DWV e.V.]

Anlässlich des 50. Geburtstag konnten Ehrenurkunden an 16 Wildparks überreicht werden, die bereits seit Anbeginn dem Wildgehege-Verband ihre Treue hielten. Anlässlich des feierlichen Abendempfangs im Grillhus wurden sie ebenso geehrt, wie weitere Parks, die sich in der Umweltbildungsoffensive 2019 zertifizieren ließen.

WP Lüneburger Heide

Der Wildpark Lüneburger Heide zählt zu den Gründerparks des DWV. Für den Vorstand überreichen Volker Walter (l) und Eckhard Wiesenthal (r) dem Juniorchef des Wildpark Alexander Tietz die Ehrenurkunde

 

WP Schwarze Berge

Der Wildpark Schwarze Berge, vertreten durch Arne Vaubel (Mitte) ist ein adäquater Garant für Naturerlebnis und außerschulische Umweltbildung in der Nordheide


Download komplette Pressemitteilung JHV 50 Jahre Deutscher Wildgehege.Verband e.V. im Wildpark Lüneburger Heide