Inhalte der Stufe I zusammengefasst:
- Informelle Umweltbildung und BNE (1,5 Tage)
- Gästeführungen (1,0 Tage)
- Textgestaltung (0,5 Tage)
Inhalte der Stufe I detailliert
Informelle Umweltbildung
Die Planung und Durchführung informeller Umweltbildung wird, unabhängig von speziellen Einrichtungsarten, deutschlandweit nach wie vor eher „nach Gefühl“ realisiert. Dieser Ansatz wird jedoch den gestiegenen Ansprüchen einer modernen Freizeitgesellschaft, in Verbindung mit knappen Haushaltsmitteln künftig nicht mehr gerecht. Konkret bezogen auf zoologische Einrichtungen kommt hinzu, dass Tierparks und Zoos traditionell einen sehr deutlichen Schwerpunkt im Bereich der schulisch-formellen Umweltbildung haben. Zumindest bis vor wenigen Jahren kam der informelle Bildungsbereich kaum vor, obgleich das Gästepotenzial dies erwarten lassen würde.
Lernziel
Ziel des Planungsseminars ist es, einen praxisorientierten Einblick in die Erlebnisplanung informeller Bildung zu vermitteln. Ein strukturiertes Angebot ist heutzutage so aktuell wie nie zuvor, denn: „Wer kein Ziel hat, trifft immer ins Schwarze“. Ein klares Gesamtkonzept ist unerlässlich, um
1. Gästen einen erlebnisreichen Aufenthalt bieten zu können,
2. Orientierung am Leitbild der Einrichtung zu gewährleisten,
3. Inhalte kommunizierbar zu machen,
4. Drittmittelgebern vermitteln zu können, worum es gehen soll,
5. Ggf. mitwirkenden Firmen richtungsführende Vorgaben machen zu können.
Inhalte
Aufbauend auf Kenntnissen zu Freizeit-Bedürfnissen und Anforderungen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE), steht im Seminar die Entwicklung von bildungsorientierten Erlebnissen für die Gäste im Vordergrund. Dafür geht es, nach einem Exkurs zu Fragen geeigneter inhaltlicher Schwerpunkte, im Weiteren um konkrete Planungsinstrumente, u. a.:
• Grunderwartungen von Gästen in bildungsorientierten Freizeiteinrichtungen
* Charakteristika, Inhalte und Methodiken der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE)
• Merkmale starker Erlebnisse und relevanter Inhalte
• Gestaltung von Willkommenssituationen
• Räumliche, inhaltliche und zeitliche Orientierung
• Entwicklung von Botschaften und ihre Rolle im Planungsprozess
• Bedeutung von Images für die Bildungsarbeit
• Bestimmung erlebnisorientierter Methoden
• Strategische Berücksichtigung der Bildungsarbeit
Diese Punkte werden im Seminar thematisiert, geklärt und in gemeinsamen Praxisübungen vertieft.
Methoden/Medien
Power-Point Beiträge/ Klein- und Großgruppenarbeit
Gästeführungen
Nicht umsonst sind Gästeführungen eine der am häufigsten angewandten Methoden in informellen Bildungseinrichtungen. Ob in der ursprünglichen Form mit einem voranschreitenden Gästeführer, als theaterpädagogische Variante, mit technisch-akustischer Unterstützung oder gar als multimediales Erlebnis, Führungen werden methodisch meist nicht ausgereizt. Die diesbezügliche Literatur ist dementsprechend überschaubar.
Ziel
Im Gästeführungsseminar werden Führung als erlebnisorientiertes „Gesamtkunstwerk“ betrachtet, das von der Anmeldung über den Start und die eigentliche Führung bis zum Abschluss begleitet und analysiert wird. Die Teilnehmenden sollen in die Lage versetzt werden, Führungen in ihrer eigenen Einrichtung konstruktiv zu kritisieren, um so prozessorientiert zu einer Optimierung beizutragen.
Inhalte
Aufbauend auf dem Seminar zur Einführung in die informelle Umweltbildung und BNE werden spezifische Erlebniskomponenten von Gästeführungen vermittelt, bevor die neu gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis angewandt werden. Dazu wird in Absprache mit dem Veranstaltungsort eine konkrete Führung ausgesucht und analysiert. Die spezifischen Erlebniskomponenten umfassen u. a.: Visualisierung, Einbezug der Gäste, theaterpädagogische Möglichkeiten.
Chancen
Die Chancen solcher theaterpädagogischen Methoden liegen darin, dass die Besucher nicht nur Empfänger von Informationen sind. Sie werden auf verschiedenen Ebenen angesprochen und können so ganz in das Geschehen eintauchen. Das auf diese Weise vermittelte Wissen wird mit Interesse und Neugier aufgenommen und bleibt durch die Verknüpfung mit Bildern und Emotionen haften.
In der konkreten Umsetzung sind uns folgende Aspekte besonders wichtig:
• Den Einstieg spannungsreich gestalten – damit der Anfang neugierig macht. Und Lust auf mehr.
• Aus Einzelgästen eine Gruppe machen – denn in Gemeinschaft macht Lernen mehr Spaß.
• Angebote für alle Sinne schaffen – weil der Mensch nicht nur Augen und Ohren hat.
• Einen roten Faden haben – damit alle gerne dabeibleiben.
Methoden/Medien
Power-Point Beiträge/Klein- und Großgruppenarbeit
Textgestaltung
Obwohl Texte nur bedingt zur Vermittlung geeignet sind, kommt keine Einrichtung ohne aus. Ob Faltblätter, Aushänge, Broschüren, Bücher, überall begegnen wir Druckerzeugnissen, deren Inhalte wichtig sind für die Kommunikation mit den Gästen.
Ziel
Die Seminarteilnehmenden sollen befähigt werden, Texte ihrer Einrichtung, die sich an Gäste wenden, zu analysieren und zu verbessern oder zumindest künftig den Textern des Tierparks qualitätssichernd bei Seite zu stehen.
Inhalte
Einleitend werden wesentliche Qualitätsmerkmale der Textgestaltung vorgestellt: Gliederung und Ordnung, sprachliche Einfachheit, Kürze und Prägnanz, Stimulanz, Leserlichkeit und Lesemotivation.
Nach einem Überblick über Möglichkeiten zur Textoptimierung werden exemplarisch in Kleingruppen Verbesserungsmöglichkeiten für Kurztexte bspw. anhand von Faltblättern oder Broschüren erarbeitet.
Methoden/Medien
Power-Point Beiträge/Klein- und Großgruppenarbeit



