NATUR- UND ARTENSCHUTZ

Leitlinien für eine tierschutzgerechte Haltung von Wild in Gehegen

Die grundlegenden, atemberaubend schnell ablaufenden und eingetretenen Änderungen der soziologischen Strukturen der Bevölkerung aller Industrienationen, der umfassende Umbau der Landschaft und deren Bewirtschaftungsform haben zu einer enormen Konzentration der Bewohner in den Ballungszentren geführt. Aus dieser totalen Urbanisation heraus erklärt sich eine beklagenswerte wachsende Entfremdung des Menschen von Natur und Landschaft, von
Wildtieren und landwirtschaftlichen Haustieren. Hierdurch ist jedoch andererseits auch die zu beobachtende Natursehnsucht der Menschen bedingt, die zu einer immer intensiver werdenden Nutzung noch intakt erscheinender Naturräume führt.
Dem wachsenden Bedürfnis des Menschen, sich in der Begegnung mit Natur, Wald und Wildtier zu erholen, bemühen sich die Wildgehege nach zu kommen. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zur Freizeitgestaltung des erholungssuchenden Menschen in naturnaher Umgebung und tragen durch Lenkung und Kanalisation der Erholungssuchenden zu einer wesentlichen und notwendigen Entlastung von Naturräumen bei. Darüber hinaus vermitteln in immer größerer Zahl Wildgehege Gedanken des Natur-, Umweltund Artenschutzes und sehen in einer praxisnahen Umwelterziehung eine grundlegende Zukunftsaufgabe für ihre Einrichtungen.

Die vorliegenden Leitlinien beinhalten auf der Basis des derzeitigen etho-ökologischen Wissenstandes sachverständige Aussagen der tiergärtnerischen Haltung von vornehmlich europäischen Wildarten sowie von selten gewordenen oder vom Aussterben bedrohten Haustierarten. Sie sind als Leitlinien für Gehegebetreiber gedacht, damit nicht aus falsch verstandener Tierliebe oder aus unvertretbarem kommerziellen Interesse tierschutzrelevante Zustände bei der Haltung der unterschiedlichen Tiere auftreten und zu bemängeln sind. Darüber hinaus vermitteln die Leitlinien den zuständigen Überwachungsbehörden den aktuellen Wissenstand über die tierschutzgerechte Haltung der in Wildgehegen gezeigten Tierarten.                
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Rotwildwoche des Deutschen Wildgehege-Verbandes e.V.

Hirschbrunft in den Wildparks
des Deutschen Wildgehege Verbandes e. V.

Zu Beginn der Brunft des Rotwildes findet Ende September bundesweit in den teilnehmenden Wildparks eine Rotwildwoche statt. Von September bis Anfang Oktober 2009 führen die, dem Deutschen – Wildgehege – Verband angeschlossenen Wildparks, eine Woche lang verschiedene Veranstaltungen rund um das Rotwild durch.

Um unseren Besuchern einen direkten Zugang zum Rotwild zu vermitteln, wird es Führungen zur Hirschbrunft geben, in denen qualifizierte Wildparkmitarbeiter Ihnen das beeindruckende Naturschauspiel nahe bringen und natürlich auch auf Ihre speziellen Fragen eingehen werden. Insbesondere werden auch die kleinen Wildparkbesucher auf ihre Kosten kommen: es wird Malwettbewerbe geben, Geweihketten dürfen gebastelt werden und natürlich gibt es noch weitere Aktionen, die Jung und Alt begeistern werden.

Ziel dieser Veranstaltung des Deutschen Wildgehege-Verbandes e.V. ist es, Tiere erlebbar zu machen und somit ihren Erhalt in der freien Wildbahn zu sichern. Durch die Zersiedelung der Landschaft, agrarpolitische Vorgaben und die Zerstörung von Lebensräumen ist das Wild auf unsere Unterstützung angewiesen. Wildtierökologische Forschung und Umweltbildung sollen dazu beitragen, den Bestand des Rotwildes auch für zukünftige Generationen zu sichern.

röhrend
Rothirsch röhrend

Der größte Pflanzenfresser heimischer Wälder

Das Rotwild ist heute der größte Pflanzenfresser unserer Wälder und in fast ganz Europa verbreitet. In Deutschland kommt diese Art in allen Bundesländern (Ausnahme: Bremen) vor, allerdings sind die Vorkommen stark isoliert und auf Rotwildbezirke beschränkt.

Ursprünglich war diese Tierart eine Art lichter Wälder und offener Waldsteppen. Heute lebt sie in großflächigen und abwechslungsreichen Wäldern mit Weide- und Feuchtflächen. Das Rotwild ist ein relativ anspruchsloser Gemischtköstler, welcher sich vor allem von Gräsern und Kräutern ernährt, aber gerne auch Baumrinde und Blätter sowie verschiedene Wald- und Feldfrüchte äst.

Diese Tierart weist einen kräftigen Körperbau aus. Das Fell ist rotbraun mit gelblichem Spiegel und verfärbt sich zum Winter hin bräunlich-grau mit grauweißem Spiegel. Die Kälber haben bis zum Winter eine braunes Fell mit weißen Punkten. Die männlichen Tier, die Hirsche, tragen ein großes Geweih aus Knochen, welches einmal jährlich abgeworfen wird (Februar/März). Es bildet sich danach unter der Basthaut wieder neu und ist Mitte Juli fertig.

Das Rotwild lebt die größte Zeit des Jahres in nach Geschlechtern getrennten Rudeln. Die Rudel der Weibchen bestehen in der Regel aus mehreren Familien, die sich aus einem Muttertier und deren Nachkommen zusammensetzen. Zu Beginn der Brunftzeit lösen sich die Junggesellen-Rudel auf und die Hirsche ziehen zu den Weibchen. Der Platzhirsch treib diese zu Brunftrudeln zusammen und verteidigt sie gegen Rivalen. In dieser Zeit kann es zu imposanten Imponier- und Vergleichskämpfen zwischen ähnlich starken Hirschen kommen.

Wildparke als Erlebnisraum für das Rotwild

Das Rotwild ist aufgrund seiner heimlichen, heute überwiegend nächtlichen Lebensweise und den isolierten Vorkommen den meisten Menschen nur durch Besuche in Wildparks bekannt. In freier Wildbahn ist es schwer zu beobachten. Daher haben sich die Wildparks in Deutschland verpflichtet, durch Information und Aufklärung sowie Forschung das Wissen über den Rothirsch zu verbreiten und zu vermehren. Sie haben sich in den letzten Jahren zu Erlebnisräumen für die heimische Tierwelt und somit auch für das Rotwild weiterentwickelt.
 
Besonders während der Brunftzeit lohnt sich ein Besuch in einem der Wildparks des DWV. In den Rotwildwochen im September/Oktober zur Brunftzeit kann man nicht nur viel über diese interessante Art lernen, es gibt außerdem eine Vielzahl von Aktionen der Parks rund um Rotwild, Jagd und Naturschutz.

Weitere Informationen erhalten Sie bei

- der Geschäftsstelle des Deutschen Wildgehegeverband.
- den sich an der Rotwildwoche beteiligenden Wildparks in ihrer Nähe.

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